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Das perfekte Sonntagsvergnügen: Brunch und Buffet genießen

Ganz ehrlich? Der Sonntagvormittag ist heilig. Es ist der einzige Moment in der Woche, an dem der Wecker Sendepause hat und die einzige wirkliche Verpflichtung darin besteht, sich zu entscheiden: Drehe ich mich noch einmal um oder stehe ich auf?

Wenn Sie sich fürs Aufstehen entscheiden, stehen Sie – zumindest hier bei uns im Niederhein – oft vor einem logistischen Problem. Für ein normales Frühstück ist es um 10:30 Uhr eigentlich schon zu spät (und zu langweilig). Für ein deftiges Mittagessen mit Braten und Klößen ist der Magen aber noch nicht bereit. Genau in diese Lücke springt der Brunch. Es ist diese wunderbare Grauzone zwischen Croissant und Roastbeef, in der alles erlaubt ist.

Im Hotel Till-Moyland haben wir über die Jahre tausende Gäste beim Sonntagsbrunch beobachtet. Wir haben gesehen, wie Freundschaften über der dritten Tasse Kaffee geschlossen wurden und wie Strategien entwickelt wurden, das Buffet möglichst effizient zu „bearbeiten“. Ich möchte Sie heute mal ein bisschen hinter die Kulissen führen – weg von den Hochglanzbroschüren, hin dazu, was einen Sonntag bei uns in Bedburg-Hau wirklich ausmacht.

Warum Brunch nicht gleich Frühstück ist

Viele werfen das in einen Topf. Aber Brunch ist eine völlig andere Liga. Beim Frühstück geht es um Energieaufnahme. Ein schnelles Müsli, Kaffee rein, ab zur Arbeit. Der Brunch hingegen ist eine soziale Inszenierung. Er ist langsam. Er ist verschwenderisch.

Bei uns fängt das schon beim Geruch an. Wenn Sie reinkommen, soll es nicht nur nach Filterkaffee riechen. Es muss diese Mischung sein: Ein Hauch von warmem Rührei, der Duft von frisch aufgebackenen Brötchen und, wenn wir ehrlich sind, auch diese leichte, prickelnde Note von Sekt. Denn sind wir mal realistisch: Ein Sonntagsbrunch ohne ein Glas Prosecco oder Sekt zum Start ist technisch gesehen nur ein sehr langes Frühstück.

Wir erleben oft Gäste, die etwas gestresst ankommen. Die Woche war hart, die Kinder waren laut, der Verkehr zum Hotel war nervig. Aber sobald der erste Teller gefüllt ist, fallen die Schultern nach unten. Das ist der Moment, für den wir arbeiten.

Die Strategie am Buffet: Ein Insider-Guide

Man sollte meinen, Essen fassen sei intuitiv. Ist es aber nicht. Nach all den Jahren hier im Service kann ich Ihnen sagen: Es gibt Anfängerfehler. Das Buffet im Till-Moyland ist umfangreich, und wer ohne Plan rangeht, kapituliert oft schon vor der warmen Hauptspeise.

Hier ist, wie die Profis (unsere Stammgäste) es machen:

  • Der erste Gang gehört dem Kaltbereich, aber mit Zurückhaltung. Ein bisschen Lachs, vielleicht ein guter Klecks Sahnemeerrettich, eine Scheibe Käse. Wer sich hier schon drei Brötchen auflädt, hat das Spiel verloren, bevor es begonnen hat. Brot ist der Sättigungs-Gegner Nummer eins.
  • Lassen Sie sich Zeit zwischen den Gängen. Wir räumen das Buffet nicht um 12:00 Uhr panisch ab. Der Sinn ist das Gespräch, nicht das Wettessen. Trinken Sie einen Orangensaft, quatschen Sie mit der Tante, die Sie lange nicht gesehen haben.
  • Nutzen Sie die Eier-Station richtig. Nichts ist trauriger als Rührei, das seit einer Stunde in der Wärmeschale liegt. Wenn wir frisch für Sie zubereiten, nutzen Sie das. Ein frisch gebratenes Spiegelei mit flüssigem Eigelb schmeckt um 11:30 Uhr besser als jedes Müsli der Welt.
  • Die warme Abteilung ist kein Muss, aber eine Empfehlung. Oft haben wir saisonale Highlights – im Frühling natürlich Spargel aus der Region, im Winter eher Wild oder deftige Braten. Probieren Sie kleine Portionen. Man muss nicht den ganzen Teller voll Kaminbraten laden, wenn man eigentlich nur mal kosten möchte.

Regionalität ist kein Marketing-Gag, sondern schmeckt einfach besser

Wir könnten natürlich alles beim Großhändler bestellen. Kartons auf, rein in den Ofen, fertig. Merkt man das? Vielleicht nicht jeder sofort. Aber man fühlt es spätestens zwei Stunden später.

Bedburg-Hau und die ganze Region Kleve sind landwirtschaftlich geprägt. Warum sollten wir Eier aus Niedersachsen importieren, wenn die Hühner quasi zwei Dörfer weiter gackern? Ein gutes Buffet steht und fällt mit der Qualität der Basiszutaten. Wenn die Butter nach Butter schmeckt und nicht nach Fett, und wenn der Schinken eine vernünftige Struktur hat, dann braucht man gar nicht so viel Chichi drumherum.

Gerade bei den warmen Speisen achten wir darauf, dass es bodenständig bleibt, aber mit Qualtiät. Ein vernünftiges Geschnetzeltes, Gemüse, das noch Biss hat und nicht totgekocht wurde – das sind die Dinge, auf die es ankommt. Wir sind hier nicht in der Molekularküche, wir sind im Rheinland. Hier muss es schmecken und satt machen, aber eben auf einem Niveau, das man sich zu Hause nicht mal eben selbst kocht.

Nach dem Essen: Die „Fresskoma“-Prävention

Jetzt haben Sie wunderbar gegessen, vielleicht doch ein Brötchen zu viel und sicher noch das Dessert (Mousse au Chocolat geht immer noch rein, da ist irgendwo ein separater Magen für zuständig). Was nun?

Genau hier spielt uns unsere Lage in die Karten. Das Hotel Till-Moyland liegt ja nicht in einem Industriegebiet. Wir haben das historische Schloss Moyland fast in Sichtweite. Es gibt dieses ungeschriebene Gesetz des Sonntagsbrunchs: Nach dem Essen muss spaziert werden.

Ich empfehle unseren Gästen immer die Runde zum Schloss. Die Parkanlagen dort sind herrlich, egal zu welcher Jahreszeit. Im Herbst, wenn das Laub fällt und der Nebel noch leicht über den Wiesen hängt, hat das eine ganz eigene Mystik. Dieser „Verdauungsspaziergang“ ist essentiell. Er gibt dem Körper das Signal: Okay, wir bewegen uns wieder, nicht sofort einschlafen.

Alternativ – und das wird oft unterschätzt – ist die Kombination mit unserem Wellnessbereich eine Option. Brunch und danach Sauna? Für den Kreislauf vielleicht eine Herausforderung, wenn man es übertreibt, aber ein paar Stunden Ruheraum nach dem Essen sind der ultimative Luxus. Einfach mit einem Buch hinlegen und absolut gar nichts tun.

Feiern, Gruppen und das liebe Chaos

Der Sonntagsbrunch ist oft auch Anlass für Familienfeiern. Oma wird 80, Taufe, oder einfach nur „wir müssen uns alle mal wiedersehen“. Wir lieben diese großen Tische, aber sie brauchen, ehrlich gesagt, etwas Führung.

Wenn Sie mit einer großen Gruppe (sagen wir mal, 10 Personen aufwärts) kommen wollen, hier ein paar praktische Ratschläge aus dem Nähkästchen der Hotellerie:

  • Reservieren Sie konkret. „Wir kommen so mit 10 bis 15 Leuten“ ist der Albtraum jeder Küche. Wir decken gerne für 15, aber wenn dann nur 10 kommen, sieht der Tisch leer aus. Wenn 16 kommen, müssen wir improvisieren. Eine genaue Zahl zwei Tage vorher hilft allen.
  • Denken Sie an die Kinder. Brunch kann für Kinder stinklangweilig sein, wenn die Erwachsenen nur reden und essen. Wir sind familienfreundlich, aber bringen Sie ruhig etwas Beschäftigung mit. Wenn die Kleinen glücklich sind, können die Eltern in Ruhe ihren zweiten Kaffee trinken.
  • Allergien und Unverträglichkeiten sind heute normal. Sagen Sie uns das vorher. Nichts ist unangenehmer, als wenn der Gast mit Glutenunverträglichkeit traurig vor dem Brotkorb steht. Wenn wir es wissen, backen wir extra was auf oder bereiten Alternativen vor. Das ist für uns kein Aufwand, sondern Service – aber nur mit Vorwarnung.

Mehr als nur Nahrungsaufnahme

Am Ende des Tages – oder besser gesagt, am Ende des Vormittags – geht es beim „Perfekten Sonntagsvergnügen“ im Till-Moyland um eine Auszeit. Wir leben in einer Zeit, in der jeder ständig auf das Handy schaut, Termine checkt und optimiert. Der Brunch ist eine der wenigen Bastionen der Entschleunigung.

Niemand hetzt beim Brunch. Man sitzt zwei, drei Stunden zusammen. Man probiert Dinge, die man sonst nie isst. Wann haben Sie sich das letzte Mal zu Hause Melone mit Schinken gemacht? Oder eine Auswahl an französischen Käsesorten zusammengestellt? Wahrscheinlich eher selten, weil der Aufwand nervt.

Wir übernehmen diesen Aufwand. Wir schneiden das Obst, wir braten das Fleisch, wir kühlen den Sekt und – das Wichtigste überhaupt – wir machen danach den Abwasch. Sie müssen nur da sein, genießen und sich bedienen lassen.

Ein Wort zu den Zeiten und Preisen

Wir halten es da transparent. Unser Brunch startet in der Regel so, dass Sie ausschlafen können, und endet so, dass Sie den Nachmittag noch zur Verfügung haben. Die genauen Preise ändern sich manchmal saisonal (Weihnachtsbrunch ist nun mal aufwendiger als ein normaler Juli-Sonntag), aber wir achten immer darauf, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Es soll ein Genuss sein, kein Luxus, für den man einen Kredit aufnehmen muss.

Es lohnt sich übrigens, frühzeitig zu reservieren. Gerade die Fensterplätze mit Blick ins Grüne oder die Tische im Sommer auf der Terrasse sind heiß begehrt. Die Stammgäste wissen das und rufen oft schon Wochen vorher an.

Also, wenn Sie das nächste Mal an einem Sonntagmorgen aufwachen und der Kühlschrank leer ist oder Sie einfach keine Lust haben, den Tisch zu decken: Kommen Sie rum. Wir haben den Kaffee schon fertig, die Brötchen sind warm, und wir freuen uns auf Sie.

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