Hand aufs Herz: Wenn Sie Berge suchen, sind Sie hier falsch. Aber wenn Sie endlose Weite, den Himmel über sich und Wege lieben, die so flach sind, dass Ihre Wasserflasche nicht mal im Halter wackelt, dann ist das hier Ihr Revier. Der Niederrhein ist nicht einfach nur „flach“. Er ist eine Einladung, den Kopf freizubekommen, ohne dass der Puls im roten Bereich landet – es sei denn, Sie wollen es so.

Im Hotel Till-Moyland sitzen wir mittendrin in diesem Radfahrer-Eldorado. Ich sage das nicht nur, weil ich hier arbeite, sondern weil ich die Strecken selbst kenne. Mal mit dem E-Bike, mal ganz klassisch mit Muskelkraft (was bei Gegenwind eine ganz andere Nummer ist, glauben Sie mir).

Die Sache mit dem Wind und der Landschaft

Viele unterschätzen unsere Region. „Ist ja alles eben“, sagen sie. Stimmt. Die höchste Erhebung weit und breit ist oft nur der Deich am Rhein oder ein Maulwurfshügel auf dem Golfplatz Moyland. Aber das hat einen riesigen Vorteil für Ihre Waden: Sie können hier Kilometer schrubben, ohne am nächsten Tag Treppensteigen zu verfluchen.

Die Landschaft hier in Bedburg-Hau und Richtung Xanten hat ihren ganz eigenen tick. Es ist dieses typische Bild: Pappelalleen, die wie an der Schnur gezogen am Horizont verschwinden, saftig grüne Wiesen (dank unseres, sagen wir mal, „zuverlässigen“ Regens ab und an) und dazwischen immer wieder Wasser. Sei es der Rhein selbst oder die vielen kleinen Gräben und Seen.

Achtung, Profi-Tipp am Rande: Unterschätzen Sie den Wind nicht. Da uns die Berge fehlen, pfeift es manchmal ganz ordentlich über die Felder. Wenn Sie Richtung Westen starten und es läuft verdächtig leicht, denken Sie dran: Sie müssen auch wieder zurück.

Das Knotenpunktsystem – Radfahren nach Zahlen

Vergessen Sie komplizierte Faltkarten, die im Wind zerreißen. Bei uns am Niederrhein fahren wir nach Zahlen. Das Knotenpunktsystem ist genial simpel. Sie merken sich einfach eine Zahlenfolge – zum Beispiel 45-12-68 – und fahren von Schild zu Schild.

  • Das System deckt praktisch den ganzen Kreis Kleve ab. Sie können sich Ihre Route spontan zusammenbasteln.
  • Verfahren ist fast unmöglich, außer Sie träumen vor sich hin und verpassen den rot-weißen Wegweiser.
  • Falls Sie keine Lust auf Planung haben: Wir haben an der Rezeption meistens fertige Nummernfolgen für die schönsten Runden parat.

Unsere Hausstrecken: Von Moyland bis zu den Römern

Sie müssen das Rad nicht erst ins Auto laden. Starten Sie direkt vor unserer Hoteltür. Hier sind meine persönlichen Favoriten, die ich auch Freunden empfehle, wenn sie zu Besuch sind.

1. Die Schloss-Tour (Der Klassiker)

Das Schloss Moyland liegt uns quasi zu Füßen. Es ist nur ein Katzensprung. Aber die Tour drumherum ist das eigentliche Highlight. Fahren Sie durch die Alleen rund um das Schlossgelände. Der Asphalt ist gut, zwischendurch gibt es aber auch festere Waldwege.

Die Strecke eignet sich perfekt für eine kurze Abendrunde nach einem Seminar in unseren Konferenzräumen. Wenn die Abendsonne auf die alten Backsteine vom Schloss fällt und die Gänse schnattern… das hat schon was.

2. Via Romana – Auf den Spuren der Legionäre

Das ist schon eher was für die Tagestour. Die Via Romana verbindet Xanten (Römerpark!) mit Nijmegen in den Niederlanden. Sie führt direkt durch unsere Gegend. Sie müssen ja nicht die ganzen 260 km fahren. Ein Teilstück reicht.

Was ich an dieser Strecke mag, ist der Mix. Mal fahren Sie durch ruhige Wälder, dann wieder über offene Felder mit Weitsicht. Außerdem gibt es am Wegesrand immer wieder Infotafeln. Man lernt was dabei, ohne dass es sich wie Schule anfühlt.

3. Zum Rhein und zurück

Richtung Kalkar und dann an den Rhein. Oben auf dem Deich zu fahren, ist Pflichtprogramm. Sie sehen die dicken Pötte (Frachtschiffe), die sich gegen die Strömung kämpfen, und rechts und links grasen Schafe. Passen Sie auf die Hinterlassenschaften der Schafe auf – ohne Kotflügel am Rad kann das spritzen. Gehört hier aber dazu wie das Altbier am Abend.

Service für Radfahrer im Hotel Till-Moyland

Nichts nervt mehr, als wenn man im Hotel ankommt und das 3.000-Euro-E-Bike irgendwo an einem wackeligen Laternenpfahl im Dunkeln anschließen soll. Kennen wir. Wollen wir nicht. Deshalb haben wir uns auf Radtouristen eingestellt.

Sicherer Schlafplatz fürs Rad:
Wir haben eine abschließbare Unterstellmöglichkeit. Ihr Rad schläft genauso sicher wie Sie in unseren Zimmern. Schlüssel gibt’s an der Rezeption, und nachts kommt da keiner rein, der da nicht hingehört.

Strom tanken:
Der Niederrhein ist groß, und wenn Sie im Turbo-Modus gegen den Wind gefahren sind, ist der Akku schneller leer als gedacht. Wir haben Lademöglichkeiten direkt im Haus. Bringen Sie einfach Ihr Ladegerät mit, Steckdosen sind genug da.

Verpflegung für unterwegs:
Das Frühstücksbuffet ist wichtig, klar. Aber wer 60 Kilometer fährt, hat mittags wieder Hunger. Sagen Sie uns am Vorabend Bescheid, und wir machen Ihnen ein Lunchpaket fertig. Nichts Schlimmeres als der „Hungerast“ mitten im Wald, wo weit und breit kein Café ist.

Und wenn Sie abends zurückkommen, völlig fertig aber glücklich? Dann geht’s ab ins Restaurant. Wir wissen, was Sportler brauchen. Keine Mini-Portionen an denen nur Petersilie liegt, sondern ordentliche Teller. Pasta, Fleisch, Salate – Hauptsache die Speicher werden wieder voll.

Wandern: Wenn Sie lieber Bodenhaftung haben

Nicht jeder will auf den Sattel. Manchmal tut Gehen einfach besser. Direkt hinter dem Hotel können Sie in die Wanderwege einsteigen. Besonders der Voltaire-Weg ist spannend. Der alte Philosoph war ja mal hier (hat sich wohl oft mit Friedrich dem Großen gestritten, wenn man den Geschichten glaubt).

Die Wanderwege hier sind keine Klettersteige. Sie brauchen keine schweren Alpinstiefel; gute Turnschuhe oder leichte Wanderschuhe reichen völlig. Der Waldboden rund um Moyland ist weich und federnd – eine Wohltat für die Gelenke.

Ein persönlicher Tipp: Gehen Sie früh morgens los, wenn der Nebel noch über den Wiesen bei Bedburg-Hau hängt. Die Stille ist hier wirklich noch Stille. Kein Autobahnrauschen im Hintergrund, höchstens mal ein Traktor in zwei Kilometern Entfernung.

Golfen und Joggen – Aktivurlaub Alternativen

Vielleicht ist das Fahrrad heute mal nicht die erste Wahl. Kein Problem.

Golf:
Für Golfer ist die Lage hier strategisch ziemlich clever. Der Golfplatz Schloss Moyland ist quasi in Schlagdistanz. Ein sehr gepflegter Kurs, 18 Löcher, viel Wasser (wie überall hier). Es ist ein Parkland-Kurs, der Fehler verzeiht, aber nicht zu viele. Fragen Sie uns an der Rezeption gerne nach Greenfee-Ermäßigungen oder Startzeiten; wir helfen da oft weiter.

Joggen & Laufen:
Wer seine Laufschuhe dabei hat: Starten Sie einfach los. Die Wirtschaftswege zwischen den Feldern sind perfekt. Wenig Verkehr (außer dem erwähnten Traktor oder anderen Radfahrern). Meistens asphaltiert oder fester Schotter.

Ich laufe gerne die Runde entlang der Wetering (das sind diese Entwässerungskanäle). Man kann wunderbar 5, 10 oder 21 Kilometer laufen, ohne eine einzige Ampel zu sehen. Das finden Sie in der Stadt nicht.

Nach dem Sport: Regeneration

Nach vier Stunden im Sattel oder 18 Löchern Golf zwickt es schon mal im Rücken. Dafür haben wir unseren Wellnessbereich. Es ist kein riesiger Tempel mit 20 Rutschen, sondern ein Ort zum Runterkommen. Sauna an, Muskeln entspannen, fertig.

Wir im Hotel Till-Moyland sehen uns als Ihre Basisstation. Raus in die Natur, rein ins Vergnügen, und abends gut essen und schlafen. So einfach kann Urlaub am Niederrhein sein.