Wenn wir am Niederrhein über Essen sprechen, dann meistens nicht über kleine Portiönchen mit essbaren Blüten, die man mit der Lupe suchen muss. Nein. Hier geht es um Substanz. Wir reden von Tellern, bei denen der Tischler nochmal die Statik des Tisches prüfen sollte.

Das Klosterbuffet im Hotel Till-Moyland ist genau das: eine ehrliche, fast schon trotzige Antwort auf den ganzen feinen „Chichi“, den man anderswo serviert bekommt. Es ist eine Hommage an Zeiten, in denen Kalorien noch Währung waren und nicht der Feind. Wir befinden uns hier in Bedburg-Hau, in direkter Nachbarschaft zum Schloss Moyland – eine Gegend, die Geschichte atmet. Und genau so schmeckt dieses Buffet auch.

Ich sage es direkt vorab: Wer gerade eine strenge Diät hält oder Angst vor Butter und Sahne hat, sollte jetzt lieber unsere reguläre Speisekarte ansehen oder vielleicht nur einen Spaziergang im Park machen. Das Klosterbuffet ist deftig. Es ist laut. Es ist gesellig. Es ist genau das, was man braucht, wenn es draußen nasskalt ist oder man einfach mal wieder richtig mit Freunden zuschlagen will.

Warum eigentlich „Kloster“?

Man hat ja oft dieses falsche Bild im Kopf: Mönche, die an einer trockenen Brotrinde nagen und Wasser trinken. Pustekuchen. Historisch gesehen waren Klöster oft die kulinarischen Zentren ihrer Region. Sie hatten die besten Brauereien, die größten Fischteiche und Gärten voller Kräuter, die der normale Bauer gar nicht kannte.

Unser Klosterbuffet orientiert sich an dieser Tradition der Selbstversorgung und der „Vorratskammer-Küche“. Es geht um das Verwerten ganzer Stücke, um Schmoren, Pökeln und Einlegen. Das Essen ist rustikal, ja, aber nicht simpel im Sinne von langweilig. Es ist raffiniert durch Zeit. Ein guter Braten braucht Stunden, kein kurzes Anbraten in der Pfanne. Diese Geduld schmeckt man.

Der Auftakt: Brot und Schmalz (und wie wichtig das ist)

Jeder gute Abend beginnt hier mit dem „Brotbrechen“. Das klingt biblisch, ist aber vor allem praktisch: Nichts saugt den ersten Hunger besser auf als frisches, dunkles Bauernbrot mit einer krossen Kruste.

Wir stellen meistens Töpfe mit Griebenschmalz auf die Tische. Kennen Sie das noch von früher? Wenn kleine Apfelstückchen und Röstzwiebeln im Schmalz sind? Das ist pures Gold. Viele Gäste sagen mir, sie könnten sich eigentlich schon daran sattessen. Machen Sie das bitte nicht. Es wäre eine Tragödie angesichts dessen, was noch kommt.

  • Frisches Steinofenbrot, das beim Schneiden noch richtig kracht und innen diese feuchte, weiche Krume hat.
  • Griebenschmalz aus eigener Herstellung, oft verfeinert mit Majoran oder Thymian, damit es nicht nur fettig, sondern würzig schmeckt.
  • Dazu gibt es meist auch eingelegtes Marktgemüse – Gurken, kleine Zwiebeln oder Kürbis, sauer eingelegt, um den Gaumen „wachzukitzeln“.

Der Hauptgang: Ein Fest für Karnivoren

Wenn die großen Platten reingetragen werden, wird es meistens kurz still im Saal. Der Geruch von gebratenem Fleisch und dunkler Biersauce füllt den Raum schneller als jede Hintergrundmusik. Beim Klosterbuffet arbeiten wir viel mit Schweinefleisch, weil das historisch am Niederrhein einfach das wichtigste Tier war.

Das Herzstück ist oft der Kasseler im Blätterteig oder der klassische Krustenbraten. Das Geheimnis beim Krustenbraten ist ja nicht das Fleisch selbst (obwohl das saftig sein muss), sondern das „Poppen“ der Schwarte. Wenn die Schwarte zäh ist, war der Koch zu ungeduldig. Bei uns achten wir penibel darauf, dass es kracht.

Aber es ist nicht nur Schwein. Hier ist, was Sie typischerweise auf den Platten finden – natürlich saisonal etwas wechselnd:

  • Geschmortes Rindfleisch, das so lange im Ofen war, dass man eigentlich kein Messer bräuchte. Es zerfällt fast, wenn man es böse anguckt.
  • Deftige Haxen. Nicht diese riesigen Dinger, die man kaum schafft, sondern oft ausgelöst oder in handhabbaren Tranchen, damit man von allem probieren kann.
  • Geflügelkeulen, oft dunkel geschmort in Rotwein oder Malzbier, damit die Haut schön glänzend und klebrig wird.
  • Bratwürste nach grober Art. Keine feine Paste, sondern Fleisch, das man noch als solches erkennt, kräftig gewürzt mit Pfeffer und Kümmel.

Die Beilagen sind keine Nebensache

Man unterschätzt oft das Kraut. Sauerkraut ist eine Wissenschaft für sich. Wenn es zu sauer ist, zieht es einem alles zusammen. Wenn es zu lasch ist, schmeckt es nach nassem Papier. Unser Kraut wird oft mit etwas Apfelmus oder Speckwürfeln angesetzt und lange geköchelt. Es muss schlonzig sein.

Dazu kommen die Knödel. Kartoffelklöße, halb und halb, oder Serviettenknödel, die die Sauce aufsaugen wie ein Schwamm. Und natürlich Kartoffelgratin – mit ordentlich Sahne und Käse überbacken, bis die Oberfläche goldbraun blubbert.

Flüssiges Brot und Kräutermedizin

Früher haben Mönche in der Fastenzeit Starkbier getrunken, weil „Flüssiges das Fasten nicht bricht“. Ein genialer theologischer Trick, wenn Sie mich fragen. Wir halten diese Tradition hoch. Zum Klosterbuffet passt kein leichter Pinot Grigio (auch wenn wir den natürlich haben). Hier muss etwas Dunkles ins Glas.

Wir empfehlen oft Landbiere oder dunkle Sorten, die malzig genug sind, um gegen den kräftigen Geschmack von Braten und Sauerkraut anzukommen. Ein helles Pils geht da oft geschmacklich unter.

Und nach dem Essen? Da kommt der „Magenaufräumer“. In den alten Klostergärten wuchsen Kräuter gegen so ziemlich jedes Wehwehchen. Wir servieren zum Abschluss gerne einen Kräuterlikör. Nicht diesen klebrig-süßen Kram aus dem Supermarktregal, sondern etwas Bitteres, Ehrliches. Man merkt richtig, wie der Magen „Danke“ sagt.

Die Atmosphäre: Rustikal, aber mit Stil

Wir servieren das Klosterbuffet nicht in einer sterilen Halle. Das Hotel Till-Moyland lebt von seinem Charme. Wir decken die Tische oft etwas rustikaler ein als bei einer Hochzeit. Denken Sie an grobes Leinen, Holzbretter statt feinem Porzellan für das Brot, Kerzenlicht, das sich in den Weingläsern bricht.

Es ist diese Art von Gemütlichkeit, bei der man die Ellbogen auf den Tisch stützen darf (auch wenn Knigge was anderes sagt) und bei der die Gespräche mit jedem Gang lauter und fröhlicher werden. Es riecht nach Braten, nach Wachs, nach Holz. Das ist für mich „Hygge“ auf Niederrheinisch.

Für wen ist das eigentlich was?

Ich werde oft gefragt: „Kann ich das auch für eine Hochzeit buchen?“ Klare Antwort: Ja, aber Sie müssen wissen, was Sie wollen. Das Klosterbuffet ist perfekt, wenn Sie wollen, dass Ihre Gäste satt und glücklich sind, und wenn die Feier bodenständig sein soll.

Es eignet sich hervorragend für:

  • Geburtstagsfeiern (besonders die Runden): Wenn Opa 70 wird, will er meistens kein Sushi. Er will Braten. Das Klosterbuffet ist ein Generationen-Verbinder.
  • Betriebsausflüge: Nichts bricht das Eis unter Kollegen besser als gemeinsames Essen von großen Platten. Es ist kommunikativer als ein Menü, wo jeder auf seinen eigenen Teller starrt. Hier finden Sie mehr Infos zu unseren Tagungsmöglichkeiten, falls Sie vorher noch arbeiten müssen.
  • Weihnachtsfeiern: Gerade im Winter, wenn es draußen früh dunkel wird, passt dieses deftige Essen perfekt zur Jahreszeit. Gänsekeulen passen übrigens hervorragend ins Konzept.
  • Vereinstreffen: Egal ob Kegelclub oder Schützenverein, hier wird niemand hungrig nach Hause gehen. Die Portionsgrößen sind auf „gute Esser“ ausgelegt.

Saisonale Anpassungen

Wir sind keine Fans davon, Erdbeeren im Dezember zu servieren. Das Klosterbuffet lebt mit den Jahreszeiten. Das macht es ja so spannend – wer im Frühling kommt, bekommt etwas anderes als im Herbst.

Im Frühjahr bauen wir gerne Bärlauch in die Suppen oder das Pesto ein. Im Herbst dreht sich vieles um Kürbis, Pilze aus den umliegenden Wäldern und Wildgerichte. Im Winter wird der Kohl dominanter – Grünkohl mit Mettwurst ist zum Beispiel ein Klassiker, der perfekt in das klösterliche, bäuerliche Thema passt. Wenn Sie also planen, fragen Sie uns gerne, was die Natur gerade hergibt.

Fazit: Ein Erlebnis für den Bauch und die Seele

Das Klosterbuffet im Hotel Till-Moyland ist mehr als nur Nahrungsaufnahme. Es ist eine kleine Zeitreise. Es erinnert uns daran, dass Essen etwas Gemeinschaftliches ist. Dass man sich Zeit nehmen sollte. Dass eine gute Sauce Handwerk ist und kein Pulver aus der Tüte.

Ob Sie nun als Hausgast ein Wochenende hier verbringen und sich abends verwöhnen lassen wollen oder als Gruppe aus der Umgebung anreisen: Bringen Sie Hunger mit. Bringen Sie Zeit mit. Und lassen Sie den Gürtel vielleicht schon vor dem ersten Gang ein Loch weiter schnallen. Vertrauen Sie mir, Sie werden es nicht bereuen.

Wir freuen uns darauf, die Töpfe für Sie zu füllen.