Hand aufs Herz: Der Sonntag ist eigentlich nur dazu da, um die Kalorien nachzuholen, die man unter der Woche aus Zeitmangel (oder reinem Stress) verpasst hat. Wir kennen das doch alle. Man wacht auf, der Wecker schweigt zum Glück still, und der erste Gedanke dreht sich nicht um Meetings oder Deadlines, sondern um Kaffee. Und zwar viel davon.

Hier im Restaurant des Hotel Till-Moyland nehmen wir das Thema „Sonntagsbrunch“ ziemlich ernst. Nicht auf diese steife Art, wo man sich kaum traut, das Brötchen zu krümeln, sondern auf die typisch niederrheinische Weise: ordentlich was auf dem Teller, gute Stimmung und kein Zeitdruck.

Warum Frühstück allein manchmal nicht reicht

Ich diskutiere das oft mit Gästen: Ist Brunch nun Frühstück oder Mittagessen? Die Antwort ist mir persönlich egal, solange der Käse nicht schwitzt und der Speck knusprig ist. Unser Standort hier in Bedburg-Hau, quasi in direkter Nachbarschaft zum Schloss Moyland, verpflichtet irgendwie auch zu einer gewissen Gemütlichkeit. Wer den Weg hierher findet, will keine schnelle Stulle auf die Hand. Man will sitzen, quatschen und sich durchs Buffet arbeiten.

Das klassische Frühstücksbuffet ist die Basis. Aber beim Sonntagsbrunch schalten wir einen Gang hoch. Das Zeitfenster ist großzügiger, die Auswahl geht weit über Marmelade hinaus, und ja, es gibt Sekt. Ein Sonntag ohne ein kleines Gläschen Prickelndes ist zwar möglich, aber – um es frei nach Loriot zu sagen – sinnlos.

Die kalte „Abteilung“: Mehr als nur Gouda

Wenn Sie ans Buffet treten, starten die meisten klassisch. Ich beobachte das immer wieder gerne. Der „Strategie-Esser“ läuft erst eine Runde, um alles zu scannen. Der „Hungrige“ lädt sofort auf.

Was Sie bei uns auf der kalten Seite finden, ist eine Mischung aus Standard (weil jeder ihn will) und lokalen Spezialitäten. Wir reden hier nicht von eingeschweißter Wurst aus dem Großmarkt, die nach Plastik schmeckt. Wir versuchen, wo immer es geht, mit regionalen Lieferanten zu arbeiten. Das schmeckt man beim Schinken, und das sieht man an der Farbe der Salami.

  • Beim Käsebrett achten wir darauf, dass nicht nur Schnittkäse liegt, sondern auch mal ein kräftiger Weichkäse, der schon fast droht davonzulaufen – genau so muss er sein.
  • Fischliebhaber steuern meist direkt auf den Räucherlachs zu. Tipp von mir: Nehmen Sie den Sahnemeerrettich dazu, die Schärfe kickt genau richtig am Sonntagmorgen.
  • Die Brotstation ist mein persönlicher Favorit. Nichts ist schlimmer als labbrige Weizenbrötchen. Hier knackt es beim Aufschneiden. Dazu gibt es verschiedene Vollkornvarianten und Croissants, die ordentlich buttrig sind.
  • Frisches Obst und Joghurt stehen natürlich auch bereit, falls Sie Ihr Gewissen etwas beruhigen wollen, bevor es an den Speck geht.

Wenn aus Frühstück Mittagessen wird

Das ist der Punkt, an dem der Sonntagsbrunch im Hotel Till-Moyland seinen Namen verdient. Ab einer gewissen Uhrzeit – meistens, wenn der erste Kaffeedurst gestillt ist – bringen wir die warmen Komponenten ins Spiel. Das unterscheidet uns von der typischen Bäckerei um die Ecke.

Es variiert saisonal. Im Winter kann das mal deftiger sein, passend zum Wetter draußen am Niederrhein. Im Sommer halten wir es leichter. Aber ein paar Klassiker dürfen nie fehlen. Rührei zum Beispiel. Es klingt so simpel, aber gutes Rührei ist eine Kunst. Es darf nicht trocken sein, muss aber gestockt haben. Dazu Nürnberger Würstchen oder knuspriger Bacon. Ich habe schon Gäste gesehen, die sich allein davon ernährt haben – absolut legitim.

Für diejenigen, die das Frühstück komplett übersprungen haben und direkt zum „Lunch“-Teil übergehen wollen, haben wir meist eine Suppe im Angebot und wechselnde warme Hauptgerichte. Das kann mal ein Braten sein, mal Pute, dazu Gemüsebeilagen, Kartoffelgratins oder Reis. Vegetarier kommen natürlich auch nicht zu kurz, auch wenn wir hier auf dem Land traditionell gerne Fleisch essen.

Der süße Abschluss und die Getränkefrage

Kein Brunch ohne „Nachtisch“, auch wenn es erst 11 Uhr morgens ist. Waffeln, kleine Plunderteilchen oder Dessertcremes im Glas. Manche Gäste dippen ihr Obst in den Schokobrunnen (wenn wir ihn aufgebaut haben), andere schmieren sich einfach noch ein Brötchen mit extra viel Honig. Erlaubt ist, was schmeckt.

Kaffee ist übrigens im Preis oft inkludiert (bitte tagesaktuelle Karte checken), und wir sorgen dafür, dass die Kannen am Tisch nicht kalt werden. Nichts ruiniert die Laune schneller als lauwarmer Kaffee. Säfte stehen am Buffet bereit – Orangensaft, Multivitamin, meist auch Apfel. Und wie gesagt: Der Begrüßungssekt gehört für viele zum guten Ton.

Preise und Zeiten: Was Sie wissen müssen

Man muss ehrlich sein: Qualität kostet ein bisschen was. Wir sind nicht der billigste Laden in Bedburg-Hau, aber wir wollen auch nicht, dass Sie beim Bezahlen einen Herzinfarkt bekommen. Wir kalkulieren fair.

Der Sonntagsbrunch startet in der Regel um 11:00 Uhr und geht bis 14:00 Uhr. Das gibt Ihnen genug Zeit, um auszuschlafen. Preislich bewegen wir uns meist in einem Rahmen, der für Familien noch machbar ist, aber auch die Qualität der Produkte widerspiegelt. Kinder zahlen oft weniger oder gar nichts, je nach Alter – fragen Sie da am besten direkt bei der Reservierung nach, denn niemand mag Überraschungen auf der Rechnung.

Besondere Termine wie Ostern, Muttertag oder Weihnachsfeiertage sind eine andere Liga. Da fahren wir das ganz große Besteck auf, oft mit speziellen Menü-Ergänzungen, und die Preise liegen dann entsprechend etwas höher. Die Nachfrage an diesen Tagen ist immens.

Reservierung: Ein gut gemeinter Rat

Ich kann es gar nicht oft genug sagen: Spontan vorbeikommen kann klappen, ist aber Sonntags ein ziemliches Glücksspiel. Gerade wenn Sie mit der ganzen Familie anrücken, Oma und Opa dabei haben oder einen Geburtstag feiern wollen. Unser Restaurant ist großzügig, aber nicht unendlich.

  • Rufen Sie uns an oder nutzen Sie das Kontaktformular ein paar Tage vorher.
  • Wenn Sie spezielle Wünsche haben (Allergien, Hochstuhl für das Kleinkind, oder den Tisch am Fenster), sagen Sie das direkt bei der Buchung. Am Sonntag selbst ist im Trubel oft wenig Zeit zum Improvisieren.
  • Planen Sie größere Gruppen (ab 8 Personen) bitte mit etwas mehr Vorlauf.

Der perfekte Sonntag am Niederrhein

Wissen Sie, was viele unserer Gäste machen? Sie buchen den Brunch als Startpunkt für den Tag. Nachdem Sie sich bei uns gestärkt haben (naja, eher: vollgegessen haben), ist ein Spaziergang fast schon medizinisch notwendig.

Das Schloss Moyland ist praktisch vor der Haustür. Der Schlosspark eignet sich hervorragend, um die Kalorien zumindest ein bisschen abzulaufen. Oder Sie schauen sich das Museum an. Für Gäste, die von weiter weg kommen und vielleicht eine unserer Übernachtungsmöglichkeiten genutzt haben, ist diese Kombination aus „Schlemmen im Hotel Till-Moyland“ und „Kultur am Schloss“ der Hauptgrund für die Reise an den Niederrhein.

Auch für diejenigen, die bei uns Hochzeiten oder Feste gefeiert haben, ist der gemeinsame Brunch am nächsten Morgen oft der gemütliche Ausklang, bevor alle wieder abreisen. Man sitzt nochmal zusammen, lässt den Abend Revue passieren und trinkt den letzten Kaffee, bevor der Alltag wieder losgeht.

Also, kommen Sie vorbei. Bringen Sie Hunger mit und Zeit. Wir kümmern uns um den Rest.