Ganz ehrlich? Wer an den Niederrhein denkt, hat meistens Fahrräder, endlose flache Wiesen und vielleicht noch Schloss Moyland im Kopf. Dass wir hier eine der dichtesten Golfplatz-Dichten in NRW haben, wissen die wenigsten – außer denjenigen, die schon mal versucht haben, bei Westwind auf der Bahn 4 am Golf International Moyland das Grün zu treffen.
Ich spiele hier seit Jahren. Und wenn ich eine Sache gelernt habe: Der Niederrhein sieht harmlos aus, aber er spielt sich zäh. Es ist nicht das raue Gelände der Alpen oder die Hitze im Süden. Es ist der Wind. Es ist das Wasser. Und es ist diese verdammte trügerische Ruhe, die einen dazu verleitet, den Schläger voll durchzuziehen, wenn man eigentlich defensiv spielen sollte.
Wenn Sie im Hotel Till-Moyland absteigen, sitzen Sie quasi im Epizentrum. Wir haben hier nicht nur einen „Hausplatz“, sondern gleich ein ganzes Bouquet an Möglichkeiten, die Bälle im hohen Gras zu verlieren. Lassen Sie uns mal Tacheles reden über das, was Sie hier erwartet – ohne das übliche Marketing-Bla-Bla von „traumhaften Panoramen“. Hier geht’s um Sport.
Der Platzhirsch: Golf International Moyland
Fangen wir mit dem Naheliegendsten an. Der Platz liegt quasi um die Ecke. Manche Gäste laufen zum Aufwärmen rüber, die meisten nehmen aber das Auto, weil das Golfbag ja doch irgendwie immer schwerer wird, je schlechter man spielt.
Dieser Platz ist ein klassischer Parkland-Kurs. Das klingt erst mal gemütlich: viel Grün, alter Baumbestand, hübsche Kulisse. Aber lassen Sie sich nicht täuschen. Die Architekten hatten hier sichtlich Spaß daran, Wasserhindernisse genau dort zu platzieren, wo der durchschnittliche Amateur seinen „Sicherheits-Drive“ hinsetzt.
Was mir an diesem Kurs besonders auffällt:
- Die Grüns sind oft verdammt schnell. Im Sommer, wenn der Boden trocken ist, rollt der Ball ewig. Sie putten bergab? Viel Glück. Tippen Sie den Ball nur an, sonst sind Sie drei Meter drüber.
- Die Bahnen sind breit, ja. Aber das Rough an den Seiten ist oft dieses typische, saftige Niederrhein-Gras. Wenn der Ball da drin liegt, brauchen Sie gar nicht erst das Holz rauszuholen. Nehmen Sie ein Eisen, hacken Sie ihn zurück aufs Fairway und schlucken Sie den Schlagverlust. Alles andere endet im Desaster. Ich habe es oft genug probiert.
- Es gibt eine Bahn – ich meine, es ist die 7 oder 8 –, da müssen Sie frontal über Wasser angreifen. Psychologisch ist das ein Killer, auch wenn die Distanz machbar ist. Man sieht das Wasser, der Puls geht hoch, der Schwung wird fest… Platsch.
Die Anlage hat auch exzellente Übungsmöglichkeiten. Die Driving Range ist großzügig, und ehrlich gesagt: Nutzen Sie sie. Bevor Sie auf die Runde gehen, sollten Sie wenigstens 20 Bälle schlagen, um ein Gefühl für den Wind zu bekommen. Der kommt hier nämlich meistens von Westen und drückt den Ball gerne mal zwanzig Meter aus der Richtung.
Alternativen im Umkreis: Wenn Sie Abwechslung brauchen
Vielleicht haben Sie den Moyland-Kurs jetzt drei Tage gespielt und kennen jeden Bunker beim Vornamen. Oder Sie haben sich mit dem Platz so verkracht, dass Sie eine Beziehungspause brauchen. Kein Problem. Vom Hotel Till-Moyland aus erreichen Sie in 15 bis 20 Minuten noch ganz andere Kaliber.
Mühlenhof Golf & Country Club (Kalkar)
Das hier ist eine etwas andere Nummer. Kalkar ist nah, und der Mühlenhof hat einen etwas entspannteren, fast schon familiären Vibe. Aber sportlich? Holla.
Der Platz erfordert Präzision statt Länge. Es bringt Ihnen nichts, den Ball 250 Meter zu dreschen, wenn er dann im dichten Unterholz landet. Hier müssen Sie das „Course Management“ ernst nehmen. Eisen vom Tee ist hier oft die klügere Wahl als der Driver. Was mir dort gefällt, ist die Gastronomie danach. Man sitzt herrlich auf der Terrasse, und die Currywurst dort hat schon so manchen vermurksten Score gerettet.
Der Grenzgang: Borghees
Emmerich am Rhein, kurz vor der niederländischen Grenze. Der Golfclub Borghees ist ein wunderbares Stück Natur. Viel Wald. Wirklich viel Wald. Das bedeutet zwei Dinge: Erstens haben Sie im Sommer wunderbaren Schatten. Zweitens prallen Bälle, die nicht gerade fliegen, mit einem hässlichen „Klock“-Geräusch gegen Baumstämme und springen irgendwohin – meistens noch tiefer in den Wald.
Ein Freund von mir hat hier mal zwölf Bälle auf einer Runde verloren. Zwölf. Borghees verlangt Demut. Aber wenn Sie einen guten Tag haben und die Drives „in the slot“ landen, fühlen Sie sich wie Tiger Woods. Zudem ist das Publikum hier oft gemischt deutsch-niederländisch, was für eine sehr lockere, unprätentiöse Atmosphäre sorgt. Man nimmt sich nicht so wichtig.
Die Sache mit dem Wetter und der Ausrüstung
Ich muss Sie warnen. Wir sind hier am Niederrhein. Das Wetter ist… nun ja, charismatisch wechselhaft. Ich habe Runden im April gespielt, wo wir mit T-Shirt gestartet sind und auf Loch 14 Hagel hatten.
Deshalb packen Sie Ihren Koffer fürs Hotel Till-Moyland strategisch:
- Regenzeug ist keine Option, es ist Pflicht. Eine gute, atmungsaktive Regenjacke, in der Sie sich noch drehen können, gehört ins Bag. Immer. Auch im August.
- Zwei Paar Schuhe sind besser als eins. Wenn Sie morgens spielen, ist das Gras oft noch taunass. Trockene Socken für die Nachmittagsrunde sind der pure Luxus, glauben Sie mir.
- Genug Handschuhe. Nichts ist schlimmer, als wenn der Griff rutschig wird. Ich habe immer drei Handschuhe im Bag und rotiere sie, wenn es feucht wird.
- Windfeste Mützen. Caps fliegen hier gerne mal weg. Eine eng anliegende Mütze oder ein Cap, das wirklich fest sitzt, erspart Ihnen den Sprint übers Fairway hinter Ihrer Kopfbedeckung her (sieht auch extrem unsportlich aus).
Basislager Hotel Till-Moyland: Warum Golfer hier gut schlafen
Nach 18 Löchern, vielleicht sogar 27 im Sommer, sind Sie platt. Golf ist Sport, egal was die Leute sagen, die nur Minigolf kennen. Sie haben rund 10 Kilometer in den Beinen, den Rücken hunderte Male gedreht und sich mental verausgabt.
Hier kommt unser Hotel ins Spiel. Wir wissen, was Golfer brauchen, weil wir sie seit Jahren beherbergen. Es geht nicht um goldene Wasserhähne. Es geht um pragmatischen Komfort:
- Das Bett muss stimmen. Wenn der Rücken zwickt, brauchen Sie eine Matratze, die stützt, keine Hängematte. Unsere Zimmer sind darauf ausgelegt, dass Sie am nächsten Morgen wieder fit am ersten Tee stehen.
- Stauraum. Ein Golfbag ist sperrig. In unseren Zimmern und Appartements stolpern Sie nicht ständig über ihr eigenes Equipment. Oder lassen Sie es einfach im Auto – unsere Parkplätze sind direkt am Haus, keine langen Schleppereien durch Tiefgaragen-Labyrinthe.
- Essen, das satt macht. Nach der Runde brauchen Sie Kohlenhydrate und Proteine, keine Erbsen an Minzschaum, von denen man drei Portionen essen müsste. Unser Restaurant serviert Bodenständiges. Ein ordentliches Steak oder regionale Küche – genau das Richtige, um den Kalorienspeicher aufzufüllen.
- Wellness gegen den Muskelkater. Ein Gang in die Sauna wirkt Wunder gegen die Nackenverspannung, die man sich geholt hat, weil man beim Putten zu verkrampft stand. Nutzen Sie den Wellnessbereich. Es ist kein riesiges Spa-Resort, aber es ist genau das, was Sie brauchen: Wärme und Ruhe.
Events und Gruppen: Der „Ryder Cup“ vom Niederrhein
Wir haben oft Gruppen hier. Acht, zwölf Leute, die ihr jährliches Männner- oder Mädel-Wochenende machen. Das Hotel Till-Moyland funktioniert dafür perfekt als Hub. Tagsüber schwärmen alle aus – die einen nach Moyland, die anderen wollen vielleicht mal rüber zum Golfclub Wasserburg Anholt (auch ein Traum, aber eine halbe Stunde Fahrt). Abends trifft man sich wieder hier.
Wir können übrigens auch Räume für die „Siegerehrung“ bereitstellen. Wenn Sie intern Ihren kleinen Pokal ausspielen und abends eine halbe Stunde brauchen, um die Scorekarten auszuwerten und den Tagessieger zu feiern, geben wir Ihnen den Platz dafür. Nichts ist schlimmer, als solche Dinge zwischen Tür und Angel in einer vollen Lobby zu besprechen. Bei uns bekommen Sie dafür einen separaten Bereich, wenn Sie vorher Bescheid sagen.
Mein persönlicher Tipp für die Region
Planen Sie Ihre Startzeiten klug. Am Wochenende ist auf dem Moyland-Kurs zwischen 10:00 und 13:00 Uhr meist „High Noon“. Da staut es sich manchmal. Mein Rat: Gehen Sie entweder ganz früh raus (die Morgenstimmung mit dem Nebel über den Fairways ist sowieso unbezahlbar) oder starten Sie am späten Nachmittag für eine „Twilight-Runde“.
Dann ist das Licht weicher, der Wind legt sich oft ein bisschen, und Sie haben den Platz fast für sich allein. Danach kommen Sie zurück ins Hotel, setzen sich auf die Terrasse, bestellen ein kaltes Pils oder einen Riesling und schauen sich die Fotos vom Tag an. Vielleicht war der Score nicht perfekt. Vielleicht haben Sie drei Bälle versenkt. Aber hier draußen, in dieser grünen Idylle, ist das irgendwie auch egal.
Kommen Sie vorbei. Packen Sie die Schläger ein. Der Niederrhein wartet – und er schenkt Ihnen nichts, aber er gibt viel zurück.

