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Eine Reise in die Vergangenheit: Der Archäologische Park Xanten

Hand aufs Herz: Wenn die meisten Menschen an die Römer denken, haben sie entweder staubige Lateinbücher im Kopf oder monumentale Ruinen in Rom selbst. Dass aber eines der beeindruckendsten Zeugnisse römischer Baukunst direkt hier bei uns am Niederrhein liegt – nur einen Katzensprung von Bedburg-Hau entfernt – überrascht unsere Gäste im Hotel Till-Moyland immer wieder.

Der Archäologische Park Xanten (APX) ist kein normales Freilichtmuseum. Es ist, und das sage ich jetzt ganz ohne Werbesprech, eine ziemliche Wucht. Ich war sicher schon zwei Dutzend Mal dort, teils privat mit der Familie, teils um Gästen den Weg zu zeigen, und jedes Mal entdeckt man eine neue Ecke. Xanten war nämlich nicht irgendein römisches Kaff, sondern die Colonia Ulpia Traiana – eine der wichtigsten Metropolen in den germanischen Provinzen.

Was Sie dort erwartet, ist keine bloße Ansammlung von Steinen, die nur Archäologen verstehen. Hier wurde Geschichte im Maßstab 1:1 wieder aufgebaut. Aber fangen wir mal ganz von vorne an, bevor Sie die Wanderschuhe schnüren.

Warum Xanten? Ein Blick zurück ins Jahr 100 n. Chr.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Vor fast 2000 Jahren lebten hier über 10.000 Menschen. Das klingt für heutige Verhältnisse nach einer Kleinstadt, aber in der Antike war das am nördlichen Limes eine echte Großstadt. Nur Köln und Trier waren in der Gegend bedeutender.

Die Römer haben hier nicht einfach nur Zelte aufgeschlagen. Das war eine geplante Stadt mit rechtwinkligem Straßenraster, Abwasserkanälen (die besser funktionierten als in manchen Städten des Mittelalters) und Fußbodenheizungen. Kaiser Trajan hat dem Ort um 100 n. Chr. die Stadtrechte verliehen. Das war so ziemlich das „Upgrade“, von dem jeder Siedler träumte.

Das Besondere an Xanten heute ist ein glücklicher historischer Zufall. Nachdem die Franken die Stadt irgendwann plattgemacht hatten, wurde im Mittelalter nicht direkt auf den Ruinen weitergebaut, sondern etwas daneben. Das heutige Xanten liegt quasi neben der antiken Stadt, nicht darauf. Deshalb lagen die Fundamente der Colonia Ulpia Traiana jahrhundertelang fast unberührt unter den Ackerkrumen des Niederrheins. Für Archäologen ist das wie ein Sechser im Lotto.

Der APX: Was Sie wirklich sehen (und was Sie fühlen)

Viele Museen packen ihre Schätze hinter Glas. Der APX macht das Gegenteil. Er baut sie nach. Und zwar dort, wo sie standen. Das Gelände ist riesig – wir reden hier von rund 73 Hektar. Wenn Sie also bei uns im Hotel frühstücken, essen Sie ruhig ein Brötchen mehr. Sie werden die Energie brauchen, denn Sie werden laufen.

Der Hafentempel: Mehr als nur Säulen

Wenn Sie den Park betreten, sehen Sie ihn sofort. Der Hafentempel ragt fast 27 Meter in die Höhe. Das ist nicht einfach nur hoch, das ist monumental, wenn man bedenkt, dass die Römer keine modernen Kräne hatten. Was mir besonders gefällt: Man kann bis auf das Podium steigen.

Von oben hat man einen Blick über die niederrheinische Ebene und versteht plötzlich, warum die Römer diesen Platz gewählt haben. Es zieht dort oben fast immer ein wenig, aber der Ausblick auf die rekonstruierten Mauern und die weiten Wiesen gibt einem dieses gewisse Gefühl von Größe.

Das Amphitheater: Wo es früher laut wurde

Eines meiner persönlichen Highlights. Nicht, weil ich ein Fan von Gladiatorenkämpfen wäre (die waren brutal, machen wir uns nichts vor), sondern wegen der Akustik. Das Amphitheater in Xanten ist teilweise rekonstruiert, und wenn Sie sich unten in die Arena stellen und nur normal sprechen, verstehen die Leute auf den oberen Rängen fast jedes Wort.

Im Sommer finden hier die Xantener Sommerfestspiele statt. Wenn Sie das Glück haben, während dieser Zeit bei uns im Hotel Till-Moyland zu gastieren, besorgen Sie sich Karten. Opern oder Theaterstücke in dieser Kulisse, wenn die Dämmerung einsetzt, sind Gänsehaut pur. Da kommt kein modernes Multiplex-Kino mit.

Die Römische Herberge: Wellness auf Antik

Ich werde oft gefragt: „Wie haben die damals eigentlich gelebt?“ Die Antwort finden Sie in der Herberge. Das ist nicht nur ein Gebäude zum Angucken. Die haben dort die Thermenanlagen so rekonstruiert, dass man das Heizsystem versteht.

Es ist faszinierend zu sehen, wie die heiße Luft unter den Fußböden durchzog. Man steht dort und denkt sich: „Okay, wir halten uns heute für modern mit unseren Smart Homes, aber die Jungs hatten vor 2000 Jahren schon beheizte Böden.“ Im angeschlossenen Restaurant gibt es übrigens Gerichte nach Apicius-Rezepten. Mein Tipp: Probieren Sie die lucanischen Bratwürstchen. Schmecken anders als die typische deutsche Currywurst, aber verdammt gut und sehr kräuterlastig.

Das LVR-RömerMuseum: Ein schwebendes Wunder

Lange Zeit gab es im Park „nur“ die Rekonstruktionen. Aber seit 2008 steht dort das LVR-RömerMuseum. Architektonisch ist das Ding ein Statement. Es ist eine riesige Halle aus Stahl und Glas, die über den originalen Ruinen der großen Thermen „schwebt“.

Das Geniale daran ist die Verbindung von Schutz und Ausstellung. Sie laufen auf Stegen über die echten, antiken Mauern und sehen gleichzeitig oben in den Vitrinen die Fundstücke: Waffen, feines Geschirr, und – was mich immer am meisten berührt – Kinderspielzeug. Da wird Geschichte plötzlich sehr persönlich. Man realisiert: Hier haben Kinder gespielt, genau wie unsere Kinder heute.

Meine ehrlichen Tipps für Ihren Besuch

Damit der Ausflug kein Reinfall wird, hier ein paar Erfahrungswerte aus der Praxis. Nichts ist schlimmer als falsche Erwartungen oder wundgelaufene Füße.

  • Unterschätzen Sie die Distanzen nicht. Das Gelände ist weitläufig. Es gibt zwar eine kleine Bimmelbahn („Römer-Express“), aber die schönsten Ecken erreicht man zu Fuß. Ziehen Sie bequeme Schuhe an. High Heels oder steife Anzugschuhe sind hier der Endgegner – überall ist Kies und Sand.
  • Der Wind pfeift. Wir sind am Niederrhein. Auch wenn in der Stadt die Sonne knallt, auf dem offenen Feld des APX weht oft eine steife Brise. Eine Windjacke im Rucksack hat noch niemandem geschadet.
  • Besuchen Sie die Handwerkerhäuser. Das ist der vielleicht lebendigste Teil. In den rekonstruierten Werkstätten sitzen oft echte Handwerker (Schmiede, Knochenschnitzer, Schuster), die mit römischem Werkzeug arbeiten. Die stehen da nicht nur rum, die reden mit einem. Fragen Sie die Löcher in den Bauch! Die erklären Ihnen genau, warum ein römischer Schuhsohlennagel so geformt ist, wie er ist.
  • Hunde sind willkommen. Für viele unserer Hotelgäste wichtig: Ja, der Hund darf mit in den Park (an der Leine), aber nicht in die musealen Ausstellungsgebäude wie das RömerMuseum. Planen Sie das ein, wenn Sie zu zweit sind und sich abwechseln müssen.
  • Wochenenden vs. Wochentage. Wenn Sie die Ruhe der alten Steine spüren wollen, kommen Sie unter der Woche. Am Wochenende, besonders bei schönem Wetter, ist es voll – aber dafür ist auch mehr „Action“ bei den Vorführungen.

Römerfest: Schwerter, Brot und Spiele

Einmal im Jahr (meistens im Juni/Juli) dreht der Park völlig durch – im positiven Sinne. Beim großen Römerfest „Schwerter, Brot und Spiele“ marschieren hunderte Reenactors auf. Das sind Leute, die ihre Freizeit damit verbringen, so authentisch wie möglich römische Legionäre oder germanische Krieger darzustellen.

Das ist kein billiger Karneval. Die Rüstungen sind schwer, das Lagerleben ist echt (die kochen da wirklich über offenem Feuer) und die Kampfdemonstrationen im Amphitheater sind beeindruckend laut. Wenn Sie Ihren Aufenthalt im Hotel Till-Moyland zufällig in diese Zeit legen können: Machen Sie es. Es ist laut, es staubt, es riecht nach Rauch und Pferden – lebendiger geht es nicht.

Die Verbindung zum Hotel Till-Moyland

Warum erzähle ich Ihnen das alles so ausführlich? Weil ein Besuch in Xanten die perfekte Ergänzung zu einem Aufenthalt bei uns in Bedburg-Hau ist. Nach einem langen Tag auf den Spuren der Legionäre, wenn Ihnen die Waden brennen und der Kopf voller Eindrücke ist, gibt es nichts Besseres, als zurück ins Hotel zu kommen.

Denken Sie an den Kontrast: Tagsüber die raue Geschichte am Limes, abends dann die moderne Ruhe unseres Wellnessbereichs. Viele Gäste erzählen uns beim Abendessen im Restaurant begeistert von ihren Entdeckungen im Park. Es ist dieser Mix aus Kultur am Tag und Entspannung am Abend, der einen Kurzurlaub am Niederrhein so rund macht.

Wenn Sie also Ihren nächsten Trip zu uns planen, blocken Sie sich einen ganzen Tag für Xanten. Es sind nur wenige Kilometer Auto- oder, für die ganz Sportlichen, Fahrradfahrt. Und mal ehrlich: Wann hat man schon mal die Gelegenheit, morgens im 21. Jahrhundert aufzuwachen, mittags im Jahr 100 n. Chr. zu Mittag zu essen und abends wieder den Komfort der Gegenwart zu genießen?

Wir helfen Ihnen an der Rezeption gerne mit aktuellen Öffnungszeiten oder Wegbeschreibungen weiter. Die Römer warten schon.

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